Eine Qualitätsgemeinschaft inhabergeführter Parfümerien und internationaler Luxusmarken

Garten der Düfte

Bereits Anfang August trafen sich die first in beauty Duftexperten zu einer Exkursion ins Europa-Rosarium Sangerhausen. Thema der Veranstaltung waren moderne Duftrosen, deren unterschiedliche Duftaspekte und die Nutzung von Rosenduft in der Feinparfümerie.

Rosenduft und Feinparfümerie – Exkursion ins größte Rosarium der Welt

Die Rose gilt als Königin der Blumen. Sie genießt in der europäischen, wie orientalischen Kultur einen geradezu mystischen Ruf. Ihr Duft gilt als betörend und zieht Insekten wie Menschen gleichermaßen in ihren Bann. In der Antike wurde sie sogar als Heilmittel verwendet. Auch die moderne Feinparfümerie greift gerne auf Rosenakkorde zurück. Grund genug für die Qualitätsgemeinschaft first in beauty ihre Parfumexperten zu einer Exkursion in die größte Rosensammlung der Welt, das Rosarium Sangerhausen, einzuladen.

In der klassischen Parfümerie spielte der Rosenduft eine große Rolle

Auch in modernen Kreationen erlebt die Rose gerade ein echtes Revival.

Maître des Parfums Trainer und Senior Perfumer Marc vom Ende

Mit dabei war, neben Duftspezialisten der first in beauty Lieferanten und Parfümerien, auch Maître des Parfums Trainer und Symrise Senior Perfumer Marc vom Ende. Für alle Beteiligten war klar, dass das Thema Rose ganz oben auf die Fortbildungsliste für Duftspezialisten gehört.
„Besonders in der klassischen Parfümerie spielte der Rosenduft eine große Rolle.“ weiß Elmar Keldenich, Geschäftsführer der Qualitätsgemeinschaft first in beauty. „Aber auch in modernen Kreationen erlebt die Rose gerade ein echtes Revival.“ ergänzt vom Ende.

Moderne Duftrosen blühen das ganze Jahr

Der Zeitpunkt des Besuchs war bewusst gewählt. Die Hauptblütezeit der klassischen Duftrosen liegt zwischen April und Juli. Moderne Duftrosen, sogenannte Teehybriden und deren Varianten, blühen ganzjährig vom Frühjahr bis in den Herbst hinein. Sie waren das Thema der Veranstaltung. Trotzdem erwarteten die Besucher weniger Blüten als erhofft: „Rosen sind eigentlich Gehölze, sie leiden noch immer unter der Trockenheit des letzten Jahres.“ erläuterte Jutta Pfeiffer, Rosenexpertin im Rosarium Sangerhausen.

Rosenöl nur begrenzt verfügbar

Das gilt auch im großen Maßstab. Als natürliche Ressourcen haben Klima und Niederschläge direkten Einfluss auf Blühfreudigkeit und Ertrag der Pflanzen. Sie beeinflussen somit unmittelbar die Verfügbarkeit von natürlichen Duftölen. Für die Herstellung von nur einem Kilo Rosenöl benötigt man, abhängig von der Rosensorte, im Schnitt 3000–5000 kg Rosenblüten. Diese müssen darüber hinaus in einem engen Zeitfenster von Hand gepflückt werden. Weltweit sind daher im Jahr nur wenige Tonnen des begehrten Öls verfügbar. Das Ergebnis der Ernte wirkt sich daher stark auf den Preis des Rohstoffs aus. Rosenöl ist kostbar: „Aktuell kostet ein Liter Rosenöl etwa 12.000 EUR“ erklärt Marc vom Ende, der auch Gründer der Symrise Parfumeursschule ist.

Rosenduft und Feinparfümerie – Rosenduft auch ohne Rose

Der natürliche Rosenduft ist chemisch sehr komplex. Seine chemische Grundstruktur jedoch gut bekannt.

Marc vom Ende

Dennoch muss niemand befürchten zukünftig ohne Rosenduft auskommen zu müssen, denn für den Notfall gibt es Alternativen: „Der natürliche Rosenduft ist chemisch sehr komplex. Seine chemische Grundstruktur jedoch gut bekannt. Auch wenn die Natur eine größere Fülle hat, sind bestimmte Aspekte in einem Duft gut darstellbar.“ beruhigt vom Ende. „So kann der Ausgangsstoff Geraniol zum Beispiel in der Parfümerie dazu verwendet werden, um einen blumig-rosenähnlichen Geruch darzustellen.“

Rosenduft hat viele olfaktorische Aspekte

Allerdings hat der Rosenduft auch andere Facetten. Wie jeder Absolvent des Maître des Parfums Lehrgangs weiß, hat natürliches Rosenöl nicht nur blumig, fruchtig, würzig, sondern zum Teil auch faulig-harzig fast fäkalische Geruchsaspekte. Große Unterschiede zeigen sich bei den Duftnoten unterschiedlicher moderner Rosenarten. Auch wenn diese in der Feinparfümerie in der Regel keine Rolle spielen. Manche riechen fast nicht, bei anderen finden sich Duftnoten wie Apfel, Himbeere, Zitrone, Veilchen und Geranie genauso wie Kresse, Pfeffer, Nelke, Myrrhe, Moschus, Moos, Honig oder Tee.

Rose ist nicht gleich Rose

Was darüber hinaus bleibt, ist die mystische Faszination, die Anziehungskraft und die unendlich vielen olfaktorischen Aspekte einer faszinierenden Duftpflanze

Marc vom Ende

Die große Bandbreite erklärt, warum eine Tages-Exkursion der Komplexität des Themas „Rosenduft“ kaum gerecht werden kann. Das Spektrum natürlicher Rosendüfte viel breiter als das schon komplexe Duftspektrum der, aus der Parfümerie bekannten Damaszener-Rosen. Es gibt noch viel zu entdecken. Auch für die Zukunft der Feinparfümerie hält die Königin der Blumen noch immer vielfältige Überraschungen und Inspirationen bereit, ist auch Senior Perfumer Marc vom Ende überzeugt:
„Wir haben uns mit dem Thema Rose auf einer sehr analytischen Ebene beschäftigt. Das ist in Facetten sinnvoll und durchaus möglich. Was darüber hinaus bleibt, ist die mystische Faszination, die Anziehungskraft und die unendlich vielen olfaktorischen Aspekte einer faszinierenden Duftpflanze.“

[Text/Fotos: first in beauty]

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